Bidjar

BIDJAR

Bidjar ist ein kleines Städtchen in Kurdistan, das etwa 50 Kilometer von der Provinzhauptstadt Senneh entfernt liegt. Bidjar hat in den unruhigen Zeiten seit dem Ersten Weltkrieg schwere Schäden durchmachen müssen.

Die Kettfäden des Bidjars bestehen gewöhnlich aus Baumwolle, selten aus Wolle; der Schussfaden aus feinen Woll- und groben Baumwollgarnen. Beim Bidjar ist der Flor kurz und aus hochwertiger glänzender Wolle. Die Knüpfung beträgt pro Quadratdezimeter 1'500 – 3'200 Ghiordes-Knoten. Bidjar Teppiche darf man niemals mit dem Flor nach innen aufrollen, da das kompakte Grundgewebe brechen könnte.

Bidjars weisen oft stark stilisierte floreale Motive auf, die eine alte Tradition erkennen lassen. Zwar wirken die Muster weniger elegant als auf klassischen persischen Teppichen, doch sind sie trotz ihres schematischen Grundcharakters durchaus ansprechend. Oft weisen die Teppiche ein Mittelmedaillon auf; das übrige Mittelfeld ist ganz von florealen Motiven oder vom vielfach wiederholten, in die Fläche genau eingepassten Herati-Motiv bedeckt. Auf anderen Bidjars steht ein Mittelmedaillon auf einfarbigem Grund: die Viertelmedaillons in den Ecken sind mit Blütenmotiven geschmückt. Die Umrandung besteht häufig aus vier schmalen Bordüren und einer breiten Mittelbordüre. Bidjars sind nicht nur an ihrer typischen Verarbeitung, sondern auch an den Farben zu erkennen. Die wegen ihrer Haltbarkeit und schönen Farben sprichwörtlich gewordenen Bidjars sind heute schwer erhältlich, da seit über zwanzig Jahren die Produktion eingeschränkt ist.