Nain ist eine kleine Stadt in der Provinz Isfahan auf halber Strecke zwischen Isfahan und Yezd. Sie liegt am Rand der riesigen zentraliranischen Wüste.
Das Grundgewebe des Nain Teppichs ist aus sehr feinen Baumwollfäden: zwischen jeder Knotenreihe sind zwei Schussfäden. Der Flor ist gewöhnlich sehr kurz und aus Wolle, oft mit Seide vermischt, wobei die Seide zur Hervorhebung bestimmter Teile des Musters dient. Selten sind ganz aus Seide gefertigte Nain Teppiche. Die Knüpfung beträgt 5'000 – 10'000 Senneh-Knoten pro Quadratdezimeter. Das häufigste Format des Nains ist 150 x 230 cm.
Wie in Keschan kam auch in Nain die Teppichknüpferei erst mit dem Niedergang eines anderen Gewerbes auf: Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in Nain hauptsächlich kostbare Stoffe gewebt. Diese wurden manuell aus hochwertiger Wolle gefertigt, die von Schafherden aus der näheren Umgebung stammte. Als jedoch billige Stoffe aus dem Westen die Weber von Nain in Existenzschwierigkeiten brachten, stellten sie sich auf die Teppichknüpferei um; in wenigen Jahren wurde Nain zu einem der bedeutsamsten Zentren persischer Teppichherstellung. Die Muster sind sehr ähnlich wie auf den aus Isfahan stammenden Teppichen. Auch hier ist das Mittelfeld durch ein dichtes Gewebe aus Blütenzweigen bedeckt. Weniger häufig finden sich Mittelmedaillons auf Nain Teppichen als auf Isfahans. Auf vielen Nains sind neben pflanzlichen auch tierische Motive dargestellt. Alle Bordüren sind mit florealen Motiven geschmückt.
Ein grosser Teil der in Nain gefertigten Teppiche wird in Persien selbst und in den arabischen Ländern abgesetzt.